Mehr als 5000 Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende haben am heutigen Mittwochmorgen mit einer Bildungsstreik-Großdemonstration erneut ein friedliches und lautstarkes Zeichen für rasche Reformen im Bildungs- und Ausbildungswesen gesetzt. In der Kritik standen hierbei vor allem Bildungsgebühren, das Bachelor-Master-System, die fehlende Demokratisierung von Hochschulen, Schulen und Betrieben, Schulzeitverkürzung, Kopfnoten, zentrale Prüfungen und die Auszubildendenmisere. Die Veranstalter vom Bildungsstreikbündnis Dortmund zeigten sich indes überwältigt von der breiten Beteiligung an dem bunten Demonstrationszug, der quer durch die Dortmunder Innenstadt vom Hauptbahnhof zur Reinoldikirche führte. Die Protestaktion bildete den regionalen Höhepunkt einer bundesweiten Bildungsstreik-Aktionswoche die in 70 deutschen Städten stattfindet.

„Es war ein riesiger Erfolg, gerade auch im Hinblick auf die aktuellen Koalitionsverhandlungen hier in NRW“, resümierten Vertreter des Bündnisses. „Uns ist es gelungen einen großen Druck auf die Politik auszuüben, endlich aktive Schritte im Hinblick auf ein gerechtes Bildungssystem und dringend notwendige Reformen umzusetzen“. Für die Verantwortlichen äußert sich in den Protesten auch der Frust über zahlreiche Versuche der Politik, die Bildungslandschaft in NRW immer stärker nur noch an die Anforderungen der Wirtschaft anzupassen und dabei die Bildung von kritischen, selbstständigen Menschen arg zu vernachlässigen. Die Große Anzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeige, dass die Aktualität der Forderungen nach freizugänglicher und kostenloser Bildung in einem sozialgerechten Bildungssystem seit dem letzten Jahr nicht nachgelassen habe. Es sei unglaublich, dass es dem bundesweiten Bildungsstreik so schnell gelungen sei große Teile der Gesellschaft und vor allem auch Jugendliche für das Thema Bildungspolitik zu sensibilisieren, heißt es aus dem Bündnis.

Gerade auch im Hinblick auf die kürzlichen Austritte von den Bündnispartnern DGB, ASten, Falken und Jusos habe sich durch die Demo und ihre Größe herausgestellt, dass die Betroffenen der „Bildungsmisere“ weiter an die Wirkungskraft des Bildungsstreiks glauben. „Es hat sich deutlich gezeigt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich unbeeindruckt der kürzlichen Austritte klar zu den Forderungen des Bündnisses bekannt haben und die Solidarisierung weiter enorm ist“, begründen die Verantwortlichen, „wir hoffen darauf das nun endlich gehandelt wird“.

Falls dies nicht der Fall seien werde, werde der Bildungsstreik in jedem Fall weitergehen. „Wir werden nicht eher aufhören zu Protestieren, bis unsere Forderungen erhört werden und sich die Politik ein Herz fasst in die Zukunft zu investieren, anstelle im Bildungssektor zu kürzen und sozial zu selektieren.“

Darüber hinaus wird die Bildungsstreik-Aktionswoche fortgesetzt. Am Campus der TU Dortmund bleibt das Protestcamp bestehen. Im Laufe der Woche soll es des Weiteren Flashmobs und einzelne, selbstorganisierte Aktionen an den Dortmunder Schulen und Hochschulen geben.