Pressemitteilung vom 17.08.2009

Das neue Schuljahr hat begonnen und neben den herkömmlichen Unterrichtsfächern, wird für viele SchülerInnen und Studierende wieder “Protest” auf dem Stundenplan stehen. Um deutlich zu machen, dass der bundesweite Bildungsstreik im Juni erst der Anfang war, versammelten sich gestern vor allem SchülerInnen aber auch einige Studierende an der Baustelle des Privatgymnasiums Stadtkrone (PGS). Unter dem Motto: „Privat Gegen Sozial? – Elite, nein danke“ protestierten sie gegen die anhaltenden Missstände im Bildungswesen. “Es gibt täglich neue Anlässe um für ein besseres Bildungssystem zu kämpfen”, so Jette Knepper vom Dortmunder Bündnis Bildungsstreik.
In einem Gespräch mit dem ersten Vorsitzenden des PGS wurde deutlich, dass die Motivation für den Bau einer Privatschule aus der Unzufriedenheit mit den jetzigen Bedingungen entstanden ist. Die private Schule soll eine Alternative zu den baufälligen Schulen in Dortmund bieten, SchülerInnen sollen hier die Möglichkeit haben, mit “Herz und Verstand“ zu lernen und das für “nur” ca.600€ jeden Monat, heißt es auf der Webseite der PGS.

Das effektive Lernen in einer angenehmen Atmosphäre sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit und vor allem kostenlos sein, denn Bildung ist ein keine Ware sondern ein Menschenrecht.

Eine Privatschule hingegen setzt ein völlig falsches Zeichen. Sie fördert soziale Ungerechtigkeiten und verwehrt sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine ebenso gute Ausbildung, wie sie sich reiche Eltern für ihre Kinder leisten können.
„Die finanziellen Möglichkeiten der Eltern dürfen nicht über die Qualität der Ausbildung der Kinder entscheiden“, so Fabian Rasem, Pressesprecher der BSV Dortmund.
Wir sind der Ansicht, dass gleichzeitig auch den Schülern des PGS die Chance verwehrt wird, interessante Menschen kennen zu lernen, die nicht das erforderliche Geld aufbringen können. Soziale Kompetenzen lassen sich nur schwer erwerben, wenn man sich nur in einem sehr engen Milieu bewegt.
„Ich besuche eine Gesamtschule und merke selbst wie super das ist, ständig mit Menschen mit den verschiedensten Hintergründen zusammen zu sein. Wir von der BSV fordern deshalb eine inklusive Gesamtschule“, so Yinka Aranmolate, Vorsitzende der BezirksschülerInnenvertretung und Mitglied des Bildungsstreikbündnis .
Das PGS selbst benennt auf seiner Webseite die Schwächen an Dortmunder Schulen, wie z.B. zu große Klassen, veraltetes Arbeitsmaterial und marode Gebäude.
Es ist ein Unding, dass scheinbar private Träger einspringen müssen, wo der Staat seine Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllt.
Scheinbar hat der Protest immer noch zu wenig Wirkung gezeigt, doch unser Kampf für ein besseres (Bildungs-) System geht weiter.
“Wir fordern die Verantwortlichen in der Politik dazu auf nicht mehr länger weg zu sehen, wenn 273480 Menschen auf die Straße gehen wird es endlich Zeit zu handeln.” so Jette Knepper.