Das Bildungsstreikbündnis Dortmund ist unzufrieden mit den Austritten von Bündnispartnern und ihren Erklärungen gegenüber der Presse. Mitglieder des Bündnisses haben noch nie Störaktionen, wie zum Beispiel den Sturm des Rathauses im letzten Sommer, geplant oder sich an ihnen beteiligt.„Wir haben uns stets von Gewalt und den Sachbeschädigungen im Rathaus im letzten Jahr distanziert. Unser Bündnis als linksextrem darzustellen, finde ich unverschämt und an den Haaren herbeigezogen“, so Kathrin Schönebeck, Studentin an der TU Dortmund. Das Bündnis wehrt sich energisch gegen den Vorwurf, angeblich „linksextreme“ Bündnismitglieder hätten je gewaltsame oder antidemokratische Aktionen geplant, forciert oder gar die Kontrolle über das Bündnis übernommen. Ganz im Gegenteil arbeiteten bis zum jetzigen Zeitpunkt nach Meinung aller Bündnispartner die Mitglieder stets konstruktiv zusammen, wie die vorangegangenen Proteste verdeutlichen.

Entgegen der öffentlichen Darstellung der Ausgetretenen begründen sich nach Ansicht des Bündnisses deren Austritte viel mehr durch anderweitige politische Differenzen und der Kritik einiger Bündnispartner an der aktuellen Hochschulpolitik des TU AStA. Dieser habe ihrer Meinung nach die Studierenden- und SchülerInnen-Proteste bislang zu wenig unterstützt und wende sich nicht entschlossen genug gegen die aktuelle Bildungspolitik in NRW.

Das Dortmunder Bildungsstreikbündnis besteht zur Zeit aus der Bezirksschülervertretung, der Linksjugend [’solid ], der SDAJ, dem KffB, der grünen Jugend und Einzelpersonen. Wir bedauern den Austritt der anderen Bündnispartner. Dennoch sind die Forderungen des Bildungsstreiks noch immer hochaktuell. Wir fordern deshalb alle Beteiligten auf, persönliche Eitelkeiten über Bord zu werfen und sich wieder dem Bündnis anzuschließen. „Die Tür steht nach wie vor offen für die ausgetretenen Organisationen und für alle anderen, die sich mit uns für bessere Bildung engagieren wollen“, so Finn Siebert von der Linksjugend [’solid].

Als demokratisches Bündnis werden wir nie versuchen, TeilnehmerInnen unserer Demonstrationen zu verbieten, ihre Meinung frei zu äußern, solange diese nicht sexistisch, rassistisch oder auf eine andere Art menschenverachtend ist.

Trotz allem hoffen alle Bündnispartner auf eine rege Teilnahme an der Großdemonstration am 9.6.2010 und sind optimistisch, dass die Demo ein voller Erfolg wird. Die Demonstration startet um 10 Uhr an den Katharinentreppen vor dem Hauptbahnhof. „Nach der Demo im letzten Sommer und dem „Bildungsstreik Warm Up“ im Herbst erwarte ich wieder eine riesige Demo. Mehr als die Hälfte meiner Schule will zum Bildungsstreik gehen“, meint Lea Meyer, Schülersprecherin des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums. Fabian Rasem, Pressesprecher der Bezirksschülervertretung, bestätigt sie: „Ich denke, die inhaltlichen Punkte werden überzeugen: Wir demonstrieren für ein freies und gerechtes Bildungssystem. Dazu gehört
für uns zum Beispiel die Forderung nach kleineren Klassen, die Abschaffung von Studiengebühren und Ausbildungsplätze für alle.“ Eine Instrumentalisierung der Schülerinnen und Schüler durch linksextreme Gruppierungen hält er darüber hinaus für reichlich abwegig. „Ich traue mir durchaus zu über Inhalte kritisch zu reflektieren und Äußerungen zu analysieren; warum anders wendete ich mich sonst gegen die aktuellen Zustände im Bildungssystem“. Diese Einschätzung teilt das gesamte Bildungsstreikbündnis und rechnet mit einer friedlichen und lautstarken Großdemonstration.