Schon im letzten Jahr machte der Bildungsstreik mit bundesweit über 270.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf die verheerenden Missstände im deutschen und nordrhein-westfälischen Bildunssystem aufmerksam. Seine Wirkungskraft war enorm. In Folge der Proteste gewannen die Debatten über Schul- und Hochschulbildung in Politik und Gesellschaft Priorität. Die Zustimmung für die massiven Eingriffe der Wirtschaft in Bildungslandschaft wankt, die festgefahrene Ideen von sozialselektiver, kostenpflichtiger Bildung fielen unter dem Druck von SchülerInnen, Studierenden, Auszubildenden, LehrerInnen und Eltern.

Im Vorfeld der diesjährigen Landtagswahlen griff das Gros der Parteien die Kritik der DemonstrantInnen auf und kündigte rasche und grundlegende Änderungen bezüglich der Studiengebühren, des mehrgliedrigen Schulsystems, der Mitbestimmungsrechte und der Auszubildendenmisere an.

Doch es ist wie so oft: der Poker um Macht und WählerInnengunst scheint politische Mehrheiten zu ignorieren und droht, mit elementaren Wahlversprechen zu brechen.

Umso aktueller sind jetzt die Forderungen nach einem gerechteren Bildungswesen, freizugänglicher und kostenloser Bildung und mehr Mitsprache von SchülerInnen, Studierenden und Auszubildenden!

Die leeren Wahlversprechen der Parteien sind inakzeptabel!

Wir wählen weiterhin die Straße!

Unsere gemeinsamen Erfolge zeigen, dass ein gerechtes Bildungssystem möglich ist. Unser Protest lebt von unserer aktiven Beteiligung!

Zusammen auf die Straße, in die Hörsäle, in die Schulen!

Kommt zum Bildungsstreik am 9. Juni 2010 um 10:00 Uhr an den Katharinentreppen (HBF) Dortmund!

Unterstützt die bundesweite Bildungsstreikaktionswoche vom 7.-11. Juni 2010 in Dortmund!

Zusammen fordern wir:

  • Unabhängigkeit der Bildung von den Einflüssen der Wirtschaft
  • Barrierefreier Bildungszugang
  • Demokratie in Bildungsinstitutionen (Mitbestimmungsrecht aller Beteiligten)
  • Abschaffung aller Bildungsgebühren (wie Studien- und Kitagebühren)
  • Genug Geld für Bildung
  • Keine Repression gegen unseren legitimen Protest
  • Private Schulen und Hochschulen abschaffen

Für die Schulen:

  • Eine Schule für Alle
  • Keine Schulzeitverkürzung, G8 rückgängig machen
  • Mehr LehrerInnen & kleinere Klassen
  • Wiedereinführung der Drittelparität
  • Kopfnoten abschaffen

Für die Hochschulen:

  • Transparenz und Mitbestimmung über die Verwendung aller finanziellen Mittel der Hochschulen
  • Abschaffung des Hochschulrats
  • Studierbare Studiengänge
  • Abschaffung aller NCs

Für die Berufsschulen und Betriebe:

  • Ausbildung für alle
  • Mitbestimmung bei den Ausbildungsinhalten (auch in Betrieben)
  • Umlagefinanzierung
  • Steigerung der Qualität der Ausbildung